Omatrick

So was macht man aber auch einfach nicht. Vor den Club kotzen, in der Mensa Steaks unter einem Nudelberg schmuggeln, Festivaltickets bar bezahlen. Und die Vororte von Leipzig besuchen. Denn letzteres zeigt teilweise gruselige Einblicke in unsere Gesellschaft, die in der anonymen Großstadt einfach untergehen.

„Gestern wurde mir in der Innenstadt mein Portmonee geklaut.“ „Ach echt? Da hast du ja noch mal Glück gehabt. Ich wollte nur durch die Innenstadt spazieren und wurde von einer Bürgerwehr ins Krankenhaus geprügelt.“ „Ach deswegen warst du nicht auf der WG-Feier?“ „Ja.“ Ein ganz normaler Dialog , wie er in jedem guten Großstadtgespräch zu finden ist. Doch in den kleinen Vororten sieht die Realität anders. Jeder kennt seinen Nachbarn, der Schlüssel liegt unter der Türmatte und Alkohol ist die einzige akzeptierte Droge.

Und an dieser Stelle kommt die sehr kreative Idee, inspiriert vom echten Leben. Man stelle sich vor:


Ein junger Mann wandert eine gewöhnliche Vorortstraße entlang. Wie aus dem Nichts tritt eine alte Frau aus dem Schatten einer Einfahrt heraus und stellt sich ihm in den Weg. Nichts Böses ahnend popelt der Spaziergänger die Kopfhörer aus dem Gehörgang und wendet sich geduldig der alten Dame zu.

Ihre Begrüßung besteht aus einem freundlichen „Entschuldigen Sie bitte, dass ich meine Zähne gerade herausgenommen habe.“

Verständnisvolles Nicken des Passanten.

„Wissen Sie, ich habe Sie hier noch nie gesehen, kommen Sie denn aus (beliebigen Vorort bitte einfügen)?

„Nein.“

„Ach das ist ja schön, dann möchte ich Ihnen gerne etwas zeigen, dauert auch nur ganz kurz.“ (Freundliches Lächeln, welches gut gepflegtes Zahnfleisch offenbart)

„Nein tut mir leid, ich muss gleich weiter.“

Miss Zahnfleisch greift energisch den Arm von Mister Zahnfleischplusx und drängt ihn in die Garteneinfahrt.

Cut. Nächste Szene.

Der überrumpelte Zahnträger steht vor einer Tür, welche offenbar zu einem Keller führt.

(leicht verunsichert) „Was gibt es denn hier zu sehen?“

„Das hier, Wichser!“ (Drückt ihm dabei einen Chloroformlappen ins Gesicht.)


So ungefähr sähe die Anfangsszene der Mini-Serie aus, die sich damit beschäftigt, dass ein ganzes Dorf voller Omas und Opas arglose Besucher ausraubt und in ihren Haushalten als Sklaven hält. Quasi ein organisierter Rentnerring mit Rekrutierungszentrum, getarnt als Altenheim, inklusive. ZDFneo stellt an solche Formate nicht allzu viele Ansprüche, Hauptsache eine paar Youtuber spielen die Hauptrollen. Die Serie würde ganz schnell in den Mediatheken stehen, man könnte sogar über einen ZDF-Sendeplatz nachts um 0300 nachdenken. Denn immerhin wird die Zielgruppe des ZDFs angesprochen und die Erotik, welche zu dieser Uhrzeit gefordert wird, ist auch gegeben…. Ein zahnloser Mund kann bestimmte Körperstellen auf ganz besondere Art und Weise verwöhnen, hab ich gehört.

Quelle: quickmeme.com
Quelle: quickmeme.com

Musiktipp: Tenacious D – 39

Autor: ¡MasterJoda!

Irgendwas mit Medien, farbiges Vinyl, verschwitzte Konzerte, tote Plätze, Tupperdosen in der Natur, Bassgitarre & Werder Bremen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.