Was ist das für 1 Rezept?

Das Schöne mit dem Nützlichen verbinden…. So oder so ähnlich könnte man das Ergebnis des spontanen Brainstormings beim letzten Fettkopfkochen zusammenfassen. Schön ist dabei das Essen, das Nützliche wird durch Geld definiert.

Für die Neulinge sollte man noch kurz klären, worum es hier eigentlich geht. Der Name ist „Fettkopf“, die Eigenschaften sind: fettig – deftig – geil. Eine ausführlichere Beschreibung findet sich im Blokk des Captains, alles im Dienste der Wissenschaft natürlich.

Es trug sich so zu, dass im Rahmen einer alkoholgetränkten WG-Feier Schobi und captainlovebird völlig euphorisiert abmachten, am folgenden Tag ein Fettkopfessen zu veranstalten. Wie so oft stellte sich am nächsten Morgen heraus, dass mindestens eine der beiden Parteien verkatert war und der Termin wurde auf das nächste Wochenende verschoben. Da den ganzen Tag über keine warme Mahlzeit eingenommen wurde, war der Hunger am Abend entsprechend groß. Glücklicherweise entlud sich die aufgestaute Energie nicht in Aggression, als der Captain auch noch eiskalt 20 min zu spät kam, sondern in das Öffnen der ersten Flasche Schnaps.

Angeregt durch den Alkohol und den aufdringlichen Geruch von zwei Zwiebelbergen, kamen dann unsere Gedankenströme so langsam in Wallung. Den Anfang machte die Idee, dass es doch unvermeidlich sei, dass Fettkopf irgendwann viral geht und daher auch das Trendessen auf Festivals werden würde. Uns wurde aber auch schnell klar, dass wir wahrscheinlich selber die ersten Schritte zur Viralität leiten müssten.

Da es in Leipzig sehr schwierig werden würde, ohne vegetarische Gerichte ordentlich Profit zu machen, entschieden wir uns erstmal für Grünau. Dort gibt es ein Kaufland-Einkaufscenter, in dem auch kleinere Fressläden stehen. Da der Grünauer an sich eher wenig von vegetarischer oder gar veganer Ernährung hält, ist der Platz ideal für eine solide Verkaufsbasis. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die Struktur des Centers. Alle Läden sind zum Gang hin offen, was bedeutet, dass auch etliche Gerüche aus der Küche nach Außen entweichen können. Durch diese Situation ist es höchstwahrscheinlich möglich, alle anderen Standbesitzer allein mit den starken Küchendämpfen zu vertreiben. Für die rechtliche Absicherung sollte ein Hinweisschild reichen.

¡warning!
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Mit einer festen Geschäftsstütze kann man sich dann auch Richtung Innenstadt bewegen. Logischerweise muss dafür das Angebot noch ein bisschen erweitert werden. Die Erweiterung sollte sich als gleichermaßen blickig und einfach darstellen, der normale Fettkopf bleibt natürlich bestehen. Neu im Angebot: Fettkopf sin Carne. Ziemlich selbsterklärend eigentlich, der Titel täuscht allerdings auch ein bisschen, da sich dieses Gericht nur aus glasigen Zwiebeln und Brot zusammensetzt. Ebenfalls neu im Angebot: Fettkopf frittiert. Im Endeffekt das gleiche Prinzip, nur andersrum. Fettkopf in die Fritteuse zu hauen ist allerdings nur etwas für die Harten und wird auch nur serviert, wenn vorher eine Erklärung unterschrieben wird, auf jegliche Anzeigen wegen Körperverletzung zu verzichten.

Die Testphase für die Innenstadt wird wohl zuerst den Weihnachtsmarkt betreffen, dort lassen die Leute eh viel zu viel Geld für wenig Leistung, also wird das finanziell kein Problem. Marktforschungsmäßig werden dann zwei Stände aufgemacht, einmal mit normalen Tellern, einmal mit Handbrot, um herauszufinden, ob es einen signifikanten Einfluss auf den Verkauf hat, ob die potentiellen Käufer das Produkt überhaupt sehen. In so einem Handbrot kann man auf jeden Fall einige Sachen verschwinden lassen und den ganzen Hipstern auch mal eine Portion unterjubeln. Die eigentliche Heimat für unsere Mahlzeit kann jedoch nur Reudnitz werden, da Fettkopf einfach das dunkle und dreckige perfekt in sich vereint.

mr.pain ist am zubereiten
mr.pain ist am zubereiten

Der Gewinn wird dann zwischen Schobi, captainlovebird, mr.pain und mir fair aufgeteilt. Da Mafioso-Mike nicht an der Planung beteiligt war, dafür aber eine fantastische Dart-Show ablieferte, kriegt er nichts von der Kohle, darf aber immer gratis Essen.

Musiktipp: The Black Keys – Black Mud

Autor: ¡MasterJoda!

Irgendwas mit Medien, farbiges Vinyl, verschwitzte Konzerte, tote Plätze, Tupperdosen in der Natur, Bassgitarre & Werder Bremen

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